Vermittler- und Beraterhaftung

Lombardium-Anleger fragen: Was tun?

Röhlke empfiehlt ein zweistufiges Vorgehen:

  1. Beteiligungen, die noch nicht 36 Monate bis zu ihrem Ende gelaufen sind, insbesondere bei der LC3, werden außerordentlich gekündigt und die Einlagen zurückgefordert.
  2. Nach Auslaufen der Verträge oder Kündigung wird die Einlage vertragsgemäß oder unter Schadenersatzgesichtspunkten zurückgefordert.

Genau zu prüfen ist auch ein Vorgehen gegen die Hintermänner sowie Vermittler und Berater der stillen Beteiligungen.

Haftung von Berater und Vermittler

Doch während die Haftung der Hintermänner wohl erst nach Abschluss der Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden und entsprechender Akteneinsicht genau geprüft werden kann, stellt sich nach Röhlkes Ansicht die Frage einer Haftung der Berater und Vermittler etwas komplizierter dar.

„Sicherlich können die Vermittler nicht wissen, ob möglicherweise Monate nach Vertragsschluss die Verantwortlichen eines Fonds z.B. Gelder veruntreuen oder andere Anlegerkapitalverringerungsinstrumente, wie es das Landgericht (LG) München in einem von uns erstrittenen Urteil gegen einen Fondsinitiator einmal nannte, ins Spiel bringen. Nach unserer Prüfung konnten die Vermittler auch frühestens 2014 von den Inhabergrundschuldgeschäften wissen. Andererseits: dass eine atypisch stille Beteiligung generell ein Totalverlustrisiko birgt, musste jedem Berater von Anfang an klar sein. Dass die Mittelverwendungskontrolleurin Isetreuhand GmbH seit September 2013 der Camaflobe Vermögensverwaltungs GmbH gehörte, deren Geschäftsführerin Ingrid Ebeling, Mutter des Patrick Ebeling, seinerseits Geschäftsführer der Lombardium Hamburg KG sein soll, konnte im Handelsregister ebenfalls überprüft werden. Nach dem Prospekt der LC 3 ist Ingrid Ebeling auch die beherrschende Gesellschafterin der Lombardium Hamburg KG und der Emittentin Fidentum GmbH. Dass damit ganz im Gegensatz zu den Ausführungen im Prospekt tatsächlich Interessenkonflikte entstehen können, hätten Berater erkennen können. Nach unserer Ansicht liegt hier zumindest ein Prospektfehler vor, der auch für Ansprüche gegen Vermittler relevant werden könnte“, meint Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke.

Röhlke Rechtsanwälte empfehlen, den Rat der Verbraucherzentrale Hamburg zu beherzigen

Anleger sollten ihre Zahlungsansprüche mit anwaltlicher Hilfe gegen die Fondsgesellschaft oder ihre Berater durchsetzen und nicht darauf hoffen, dass ein Sanierungskonzept greift, das ohnehin nicht konkret vorgestellt wird. Als Betroffene können Schadensersatzansprüche gegen Fondsgesellschaft, Hintermänner und Berater geltend gemacht werden, wenn die betroffenen Anleger falsch beraten oder kriminell geschädigt wurden. Geschädigte Anleger der Lombardium-Gruppe sollten sich unabhängige anwaltliche Hilfe holen.