Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft (IG)-Lombard verurteilt

28. August 2018

Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, der eine Vielzahl von Lombardium-Opfern betreut, erläutert, welche Chance sich aus diesen Zusammenhängen für die betroffenen Anleger geben kann:

„Das Gesetz lässt bei Bestehen einer Haftpflichtversicherung des Vermittlers einen Direktanspruch gegen die Versicherungsgesellschaft zu, wenn über das Vermögen des Vermittlers ein Insolvenzverfahren eröffnet, mangels Masse abgelehnt oder ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt ist. Das ist jetzt der Fall, sodass die Anleger direkt die Versicherung, deren Policen Nummer uns vorliegt, verklagen können. Hier dürften bei erfolgreicher Prozessführung keinerlei Vollstreckungsrisiken bestehen, da es sich um den Marktführer handelt“, teilt Rechtsanwalt Röhlke mit.

Röhlke Rechtsanwälte

Betroffenen Anlegern sitzt die Zeit im Nacken

Die Versicherung beruft sich zwar auf Leistungsausschlüsse, aber deren Berechtigung muss notfalls eigenständig gerichtlich geklärt werden. Ein Handicap für die Anleger ist jedoch die Zeitnot. Die Pflichtversicherung für Vermittler bestand erst seit Anfang 2013, also zur Zeit der Vermittlung des „Lombard Classic 3“. Bei diesem Produkt war auch seit Ende 2013 erkennbar, dass entgegen der Darstellung im Prospekt Inhabergrundschuldbriefe ohne Genehmigung verpfändet wurden. Dies wurde allerdings allen Anlegern Ende 2015 durch die Untersagungsverfügung der Bafin bekannt, sodass die dreijährige kenntnisabhängige Verjährung derartiger Schadenersatzansprüche nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch 2015 anlief und Ende 2018 beendet sein könnte. Anleger stehen dann möglicherweise ohne durchsetzbaren Anspruch ab 2019 da.

Fazit: Chancen bestehen – Betroffene Anleger müssen handeln!

Die Hinhaltetaktik der Vermittler und die Verschleierung eigener Verantwortlichkeit gehen auf, wenn die Anleger keine Initiative ergreifen. Der erste Schritt ist der Gang zum spezialisierten Rechtsanwalt, der über Kosten und Chancen fair aufklärt.