Lombardium-Skandal: Verjährung droht – Anleger müssen aktiv werden

3. Mai 2018

Schadensersatzansprüche gegen Vermittler und Berater: Rechtsschutzversicherung muss zahlen – Möglichkeiten für geschädigte Anleger?

Zum 31.12.2018 drohen Schadenersatzansprüche gegen die Vermittler und Berater der „Lombardium“-Gruppe aus Hamburg im Zusammenhang mit den atypisch stillen Beteiligungen an der „Lombard Classic 3 KG“ zu verjähren. Darauf weist der Berliner Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke hin, der eine Vielzahl geschädigter Anleger gegen Anlageberater und Vermittler vertritt. Hintergrund ist die Kenntnis der Öffentlichkeit von der gesetzwidrigen Beleihung von Inhabergrundschuldbriefen durch die Abwicklungsverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) im Dezember 2015.

Schadensersatzklage gegen Vermittler und Berater?

„Die Mitteilung der Bafin über diese Abwicklungsverfügung stammt aus dem Dezember 2015, die Lombardium-Gruppe hat durch Rundbrief alle Anleger über diesen Vorgang informiert. Die Bafin stützte sich auf die unerlaubte Beleihung von Inhabergrundschuldbriefen und Aktien als Faustpfand, was nur Banken erlaubt ist. Da hierüber weder Prospekt noch Vermittler informierten, ist dies ein guter Ansatzpunkt für Schadenersatzklagen gegen die Berater und Vermittler. Allerdings verjährt ein solcher Anspruch drei Jahren nach Schluss des Jahres der Kenntniserlangung, also Ende Dezember 2018. Anleger sollten spätestens jetzt aktiv werden“, meint Rechtsanwalt Röhlke.

Versicherungspflicht für Vermögensanlageberater

Für Anleger vorteilhaft sei auch die seit Anfang 2013 geltende Versicherungspflicht für Vermögensanlageberater. Man könne davon ausgehen, dass eine entsprechende Versicherung auch im Falle eines prozessualen Erfolgs den Schaden des Anlegers ausgleiche oder aber bereits außergerichtlich zu einem Vergleichsschluss dränge, so der erfahrene Rechtsanwalt, der für seine Mandanten bereits mehrere vorteilhafte Vergleiche mit Kapitalanlageberatern und deren Versicherungen erzielen konnte.

Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, Berlin
Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke

Landgericht Stuttgart: Kostenschutz durch Rechtsschutzversicherung

Für Anleger mit bestehender Rechtsschutzversicherung sei zudem durch eine Entscheidung des Landgerichts Stuttgart vom 07.11.2017 die Lage verbessert worden. Das LG hatte einem Anleger das Recht auf Kostenschutz durch seine Versicherung zugesprochen. Diese hatte sich darauf berufen, die Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus dem Recht der stillen Gesellschaft sei nicht vom Versicherungsschutz gedeckt.

„Nach der Stuttgarter Entscheidung ist davon allerdings nur der Ausschluss von Rechten erfasst, die ihre Wurzel auch in der stillen Gesellschaft haben, beispielsweise eine Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter, wenn dieser die bisherigen Zahlungen zurückverlangen sollte. Nicht ausgeschlossen ist aber ein Schadenersatzanspruch, der schon vor dem Abschluss der Beteiligung infolge einer Falschberatung entstanden ist. Damit ist ein Anspruch gegen den Vermittler von der Versicherung gedeckt“,teilt Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke mit.

In jedem Falle sollten geschädigte Anleger ihre Ansprüche gegen die Berater fachkundig prüfen lassen, bevor Verjährung eintritt. Röhlke Rechtsanwälte stehen seit Jahren kompetent in allen Fragen des Verbraucherrechtes ihren Mandanten zur Seite. Für eine kostenfreie Erstberatung unter 030 715 206 71 stehen wir gerne zur Verfügung.